Von Stallone und dem Rest der Entbehrlichen

Nach Wochen, Monaten sogar Jahren der durchgestylten und zurechtgezupften Vampir- und Werwolfjungen, blau animierter Urwaldwesen sowie anderer seichter Kinoerscheinungen vom Typ moderner Mann kommen jetzt die wahren, bösen und vernarbten Prügelknaben der 80ger und 90ger Jahre wieder auf die Leinwand. Sie marschieren unter Führung von Sylvester Stallone in „The Expendables“ gruppendynamisch geballt auf, als sei dies nun der letzte geeignete Moment um Farbe zu bekennen, zu ihrer Männlichkeit zu stehen und ein wenig Testosteron zu versprühen, für alle Männer dieser Welt die noch an die unrasierte Brust, das blutige Steak und die Hantelbank glauben. Die Spezies Mann feiert ihren Ursprung in äußerst imposanter maskuliner Besetzung, denn an Stallones Seite gesellen sich „Crank“-Darsteller Jason Statham, Arnold Schwarzenegger, Bruce Willis, Jet Li,  Mickey Rourke und Dolph Lundgren, also die wichtigsten Schauspieler der „Blutiges Unterhemd und fiese Schrammen- Fraktion“.

Die Story ist reine Nebensache, was zählt sind die Charaktere die sich als Söldnertruppe durch die Szenerie prügeln, kämpfen, ballern, sprengen und stechen ohne dabei natürlich auf die obligatorisch coolen Sprüche zu verzichten,  gemeint sind die Art von Drei-Satz-Dialogen welche der Szenerie einen Hauch von Selbstironie und Sarkasmus verleihen und solche Filme erst wirklich sehenswert machen. Die Actionveteranen werden unter Stallones Regie in ihrer wahren Größe und Bedeutung inszeniert. Zum Teil bereits abgeschriebene Haudegen wie Rouke und Lundgren dürfen noch einmal ihrer alten Blockbuster-Mentalität frönen und mal so richtig austeilen. Genannt werden sie „The Expendables„- die Entbehrlichen, das mag zwar stimmen aber manchmal braucht der männliche Kinogänger halt was ehrliches, was grobes, in diesem Fall wird ihm gleich die ganze Ladung fast vergessener Actionhelden der letzten Jahrzehnte serviert. Sich in blutiger jugendfreier Variante körperlich verausgabende alte Machohelden mögen vielleicht entbehrlich erscheinen, sind sie jedoch ein schöner Kontrast zum sonst doch eher sozial und emotional gereiften, wohlfrisierten und weichgezeichneten Kinohelden der heutigen Leinwandgeneration.

Frauen, auf die der Film von zwei weiblichen Nebenfiguren mal abgesehen fast gänzlich verzichtet, werden allein der männlichen Ästhetik wegen in diesen Film rennen, denn (und ich spreche hier auch für mich und mein näheres weibliches Umfeld) es sind zwar die netten, adretten Typen die man sich am liebsten ins Haus holt jedoch begehrt so manche Dame insgeheim die fies vernarbten, groben Schurken die man im wahren Leben (zum Glück) immer seltener antrifft und dann doch von Zeit zu Zeit ein wenig vermisst.

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