Das Karate Kid trainiert jetzt Kung Fu

Für mich als Kind der 80er Jahre gehörte Karate Kid zu den ersten Filmen, die ich bewusst und mit Begeisterung wahrgenommen habe. Der Film erschien im Jahre 1984 und prägte die Sichtweise des westlichen Publikums auf bis dahin eher unbekannte fernöstliche Kampfkünste und deren Philosophien. Während im Originalfilm die Kampfsportart Karate als sportliche Grundlage für die zwischenmenschliche Beziehung zwischen Zögling und Lehrmeister diente ist es in der modernen Neuauflage „Karate Kid“ das Kung Fu welches als Sportart beim Zusammentreffen der Hauptfiguren „Dre Parker“ (Jaden Smith) und „Mr. Han“ (Jackie Chan) trainiert wird.  Der Film wurde in China auch unter dem Arbeitstitel „Kung Fu Kid“ veröffentlicht, in anderen Teilen der Welt jedoch in „Karate Kid“ umgetauft.

Ursprünglich entstammt das Karate als Kampfsportart aus China und breitete sich mit Beginn des 20. Jahrhunderts über die ganze Welt aus. Typisches Merkmal ist der waffenlose Nahkampf zweier Menschen unter Zuhilfenahme von verschiedenen Schlag- und Tritttechniken. Daher auch der chinesische Name Karate, welcher ins Deutsche mit „leere Hand“ oder auch „Weg der leeren Hand“ übersetzt wird. Beim Kung Fu handelt es sich im traditionellen chinesischen Sprachgebrauch nicht um eine Bezeichnung für eine Kampfkunst im Speziellen, sondern für jede Fertigkeit, die man sich durch harte Anstrengung erarbeitet und in der man es zu einer gewissen Meisterschaft gebracht hat. Es handelt sich um die Arbeit an der eigenen Person durch die konsequente Hingabe an eine Kunstfertigkeit wie bei einer musikalischen Ausbildung, zum Beispiel dem Tanz, oder aber beim sportlichen Training, zum Beispiel dem Karate. Kung Fu ist also der Ursprung vieler asiatischer Kampfsportarten, bezogen auf eine bestimmte Kampfsportart dient das Kung Fu des buddhistischen Mönchsordens Shaolin, das sogenannte „Shaolin Kung Fu“, als Vorlage für die Bewegungsabfolgen der Kämpfer.

Betrachtet man „The Karate Kid“ unabhängig vom gleichnamigen Original so hält der heutige Streifen was er verspricht nämlich gute Unterhaltung für die ganze Familie mit sehr engagierten Schauspielern an einer verblüffend eindrucksvollen Kulisse, denn im Gegensatz zur Vorlage spielt das Remake in Peking und nicht in Kalifornien. Es wurden weder Kosten noch Mühen gescheut, so dass zum Beispiel einige Sequenzen an der Chinesischen Mauer gedreht wurden. Vergleicht man ihn mit dem Original kann aber auch ein Jackie Chan als Mr. Han Pat Morita als den damaligen Karate-Meister Mr. Kesuke Miyagi nicht ersetzen. Will Smiths Sohn Jaden Smith, im Übrigen beängstigend durchtrainiert für einen 12 jährigen, besticht ebenso wie schon sein Vater durch viel Charme und Können, jedoch war Ralph George Macchio welcher im Original den Jungen Daniel LaRusso spielte um einige Jahre älter, nämlich als Figur im Film 16, und auch um einiges reifer in seinem Ausdruck sowie seiner körperlichen Statur. Man hatte damals als Zuschauer weniger das Gefühl Kindern beim Kämpfen zuzuschauen, ein Effekt der das Durchschnittsalter der durch die Neuauflage angestrebten Zielgruppe deutlich nach unten drückt und beim Kinobesuch des Remakes zumindest so manche Frau und Mutter nachdenklich stimmt.

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